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Transkript

00:11

Okay.Wie war es innerhalb von nur vier Wochen eine ganze Intensivstation in einem Bus einzurichten?

00:20

Es war eine spannende Geschichte und da wird sich der eine oder andere fragen:Wie kommt der Busmanager zu einer Intensivstation?

00:27

Es ergab sich wie folgt: Es war mitten oder zu Beginn der Covid-Krise im März 2020.

00:34

Rückblickend eine furchtbare Zeit.Jeder war verunsichert.

00:38

Wir bei Daimler Basis hatten damals beschlossen, im April unsere Produktionswerke stillzulegen, die Arbeiter nach Hause zu schicken, damit die Ansteckungsgefahr reduziert wird.

00:48

Und ich war einer der wenigen, die noch jeden Tag in die Firma kamen,um das Geschäft mehr oder weniger am Laufen zu halten, vor Ort da zu sein.

00:56

Und eines Tages kam eine Anfrage vom Deutschen Roten Kreuz bei unserem Management an.

01:02

Und die Anfrage war wie folgt: Das Deutsche Rote Kreuz hatte die Idee oder den Bedarf für einen Großraumtransporter, in dem möglichst viele Intensivpatienten gleichzeitig befördert werden können.

01:16

Warum?Die Kliniken waren überfüllt, die Intensivstationen waren voll.

01:21

Die Mediziner wussten nicht mehr: Was machen sie mit diesen Patienten?

01:24

Sie mussten sie auf andere Kliniken verlegen.Und wenn man das mit einem Rettungswagen tut, braucht man immer einen Intensivmediziner an Bord und sie hatten nicht so viele Intensivmediziner.

01:33

Diese Anfrage kam bei uns an.Sie wurde an mich weitergereicht.

01:37

Ich habe gesagt, wir können helfen.Wir finden ein passendes Großraumfahrzeug.

01:41

Das war ein Mercedes-Benz Zitaro Überlandbus aus unserem Lagerbestand.

01:45

Den habe ich zur Verfügung gestellt.Mein Kollege, der Werksleiter, hat dann noch mal zwölf Fachkräfte gefunden bzw. angesprochen, ob sie nicht auch in der Covid-Zeit kommen können in die Firma, in die Produktion und dort unterstützen können.

02:01

Und wir haben gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz in drei bis vier Wochen dann eine mobile Intensivstation gebaut, in der vier Intensivpatienten, jeder für sich,mit Sauerstoff beatmet werden konnten.

02:15

Das war eine wahnsinnige Herausforderung.Und dass diese Herausforderung in drei oder vier Wochen gemeistert werden konnte,war nur möglich, weil es Covid gab, weil es eine Krise gab, die Produktion stand und wir, völlig losgelöst von den normalen Prozessen in einer Produktion, Themen umsetzen konnten, die sehr manuell geprägt waren, sehr hemdsärmlich geprägt waren,aber die unter Druck entstehen mussten, unter Zeitdruck, weil wir wollten als Unternehmen so schnell wie möglich diesen Intensivtransporter auf die Straße bringen, damit wir Menschen helfen konnten.

02:50

Und das war für mich so ein Erlebnis, wo ich sage: Ja, wir haben es geschafft, in einer ganz schwierigen Zeit ein Produkt zu entwickeln und umzusetzen gemeinsam mit dem Partner dem Deutschen Roten Kreuz, das Menschenleben retten konnte und das in den Medien natürlich extrem positiv aufgenommen wurde und auch zu sehr viel Stolz bei uns in der Belegschaft geführt hat.

03:13

Nachdem wir das Produkt Ende April fertig hatten, haben wir es dann für neun Monate dem Deutschen Roten Kreuz ohne Berechnung überlassen, damit es eingesetzt werden konnte.

03:22

Und ich hatte mit meinen Verkaufsgenen natürlich schon den Drang, dieses Produkt auch zu vermarkten und habe es dann zum Jahresende 2020 geschafft, dass das Bundesland Baden-Württemberg diesen ersten Bus gekauft hat.

03:36

In den Gesprächen haben wir uns dann gleich auch noch auf einen zweiten Intensivtransporter verständigt.

03:41

Der wurde dann im ersten Halbjahr 2021 gebaut und ebenfalls auf die Straße gebracht.

03:47

Also wir haben dort mit unseren Produkten dazu beitragen können,dass Menschenleben gerettet werden konnten während Covid-19.